Medienberichte

Grenchner Azeiger vom 26.06.2026

Eine Hommage an Giuseppe Mazzini

Ruth Zurschiede, Vize-Präsidentin der Mazzini-Stiftung und Franco Supino, Präsident der Stiftung, vor dem Gemälde von Giuseppe Mazzini im Gedenkzimmer.

Ruth Zurschmiede, Vizepräsidentin der Mazzini-Stiftung und Franco Supino, Präsident der Stiftung vor dem Gemälde von Giuseppe Mazzini im Gedenkzimmer.

Nicht nur das Mazzini-Denkmal an der Kirchstrasse in Grenchen erinnert an den berühmten italienischen Freiheitskämpfer des Risorgimento Giuseppe Mazzini, der einst in der Stadt als poli­tischer Flüchtling Asyl fand. Auch die Mazzini-Stiftung pflegt sein Andenken bis heute. Anlässlich seines 220. Geburtstags lud die Stiftung zu einer Feier ins Sonderpädagogische Zentrum Bachtelen ein, dem ehemaligen Bachtelenbad, wo Mazzini von 1834 bis 1837 Zuflucht fand. Die 1991 eröffnete Mazzini-Gedenkstätte befindet sich im Girardhaus, dem Hauptgebäude des Sonderpädagogischen Zentrums Bachtelen. Das Zimmer, das er damals als Besuchs- und Besprechungsraum nutzte, ist heute im Girardhaus als kleines Museum eingerichtet und kann unter der Woche besichtigt werden. Mazzini war eine zentrale Figur des Risorgimentos, der Bewegung zur Einigung Italiens. Die Mazzini-Stiftung fördert den kulturellen Austausch zwischen der Region Grenchen und Italien. Dass Giuseppe Mazzinis Aufenthalt in Grenchen bis heute nachwirkt, zeigt sich auch in seiner Geburtsstadt Genua. Dort trägt eine Strasse beim Mazzini-Denkmal den Namen Via Grenchen und der Grenchner Stadtpräsident ist Ehrenbürger der ligurischen Hafenstadt.

Zum Programm gehörte eine italienischsprachige Führung von Christine Zumstein Regolo von der Jura-Sonnenseite. Im Anschluss gab Franco Supino, Präsident der Stiftung, im Girardsaal eine Einführung zum Film «Noi credevamo» /«Wir glaubten» (Regie: Mario Martone, 2010; Drehbuch: Mario Martone & Giancarlo De Cataldo). Da der Film nur auf Italienisch verfügbar ist, erläuterte Supino zuvor auf Deutsch die historischen Hintergründe und die Handlung des Filmes. Der mehrfach ausgezeichnete Film erzählt von drei jungen Männern, die sich der von Mazzini gegründeten Freiheitsbewegung «Giovine Italia» anschliessen, beseelt von republikanischen und patriotischen Idealen. Nach der Vorführung des Films wurde ein Apéro riche serviert, zubereitet vom Restaurant Amici Grenchen.

von Lisa Bertelle – Grenchner Stadt Anzeiger 26.6.2026
zum Original-Artikel

Grenchner Tagblatt vom 20.03.2019

Grenchner Delegation reiste nach Genua, um Revolutionär Mazzini zu ehren

In Genua fand ein Gedenkanlass für den italienischen Nationalhelden Giuseppe Mazzini statt. Weil Grenchen Mazzini einst Asyl gab, wurden Grenchner Behörden eingeladen.

Giuseppe Mazzini, der italienische Freiheitskämpfer des Risorgimento, bekam 1836–1837 als politischer Flüchtling Asyl in Grenchen. Dieser Umstand sorgt bis heute für regelmässige Kontakte mit Italien, insbesondere mit Mazzinis Geburtsstadt Genua, wo dieser auch begraben ist. Genua hat zu Ehren von Mazzinis Asylgebern sogar eine Strasse beim dortigen Mazzini-Denkmal nach Grenchen benannt.

Anlässlich von Gedenkfeierlichkeiten, welche am vergangenen Wochenende in Genua zu Ehren Mazzinis stattfanden, lud Genuas Sindaco (Bürgermeister) Marco Bucci den Grenchner Stadtpräsidenten François Scheidegger und Vertreter der hiesigen Mazzini-Stiftung mit Präsidentin Ruth Zurschmiede zu Feierlichkeiten in die norditalienische Hafenstadt ein. «Wir haben diese Einladung gerne angenommen und dabei zwei interessante und intensive Tage erlebt», resümiert Scheidegger.

Auftakt machte eine Führung durch den prachtvollen Palazzo Ducale (Herzogspalast), wo unter anderem auch der G-8-Gipfel stattfand, gefolgt vom offiziellen Empfang mit Diner der Associazione Mazziniana Italiana (Mazzini-Vereinigung, die in Italien zahlreiche lokale Sektionen hat) im Palazzo Rosso an der Via Garibaldi.

Italianità für Grenchen

Immer wieder war auch Scheidegger aufgefordert, Grussadressen an die Anwesenden zur richten, welche von Salvatore Faga als Vertreter der Italienervereine Grenchens übersetzt wurden. Der Grenchner Stadtpräsident unterstrich dabei nicht nur die Bande, die Mazzini vor rund 180 Jahren knüpfte, sondern auch die starke italiensche Präsenz in Grenchen durch den Bau des Grenchenbergtunnels, welcher ohne die italienischen Bauarbeiter nicht möglich gewesen wäre. «Und auch in den 60er und 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts haben viele Menschen aus Italien Arbeit in unseren Uhrenfabriken gefunden. Viele sind geblieben und tragen mit ihrer Italianità viel zur Lebendigkeit Grenchens bei.»

Feierliche Kranzniederlegung

Am Sonntag war eine feierliche Kranzniederlegung beim Grab von Mazzini und eine Führung durch den Friedhof von Staglieno angesagt. Stadtschreiberin Luzia Meister erinnert sich dabei speziell an eine Begegnung mit einem betagten Mann, «der stolz von der Öffnung von Mazzinis Grab erzählt hat, welcher er anlässlich der Ausrufung der neuen Italienischen Republik nach dem 2. Weltkrieg beigewohnt hat».

Überhaupt, so Meister weiter, seien die Feiern von einer eindrücklichen Portion Pomp, mit Uniformen, Blasmusik und kunstvoll gestalteten historischen Fahnen und Standarten begleitet worden. Der Text der italienischen Nationalhymne lehne sich übrigens stark an Mazzinis Gedanken an, der nebst Menschenrechten auch «Menschenpflichten» formuliert und propagiert habe.

Herzlicher Empfang

Am Nachmittag wurde auch noch das Geburtshaus von Mazzini besucht, welches heute ein Museum ist. Vor der Rückfahrt am Montagmorgen stand schliesslich eine Unterredung der beiden Stadtpräsidenten auf dem Programm. «Es wurden Geschenke ausgetauscht und die freundschaftliche Verbundenheit zwischen Grenchen und Genua bekräftigt», erzählt Scheidegger. Man sei sehr herzlich empfangen worden und sei in allen Belangen Gast gewesen – auch finanziell. «Wir mussten nur unsere Anreise selber organisieren.»

von Andreas Toggweiler – az Grenchner Tagblatt 20.3.2019
zum Original-Artikel

Weiterführende Links